Familie im Sturm

Einsatz 385

Familie im Sturm

Bilder von Wiebke Reimann

Styling von Salome Blöchliger

Es ist eine Bekannte, die sich bei Herzensbilder meldet. Da sei eine alleinerziehende Mama dreier Jungs, die im Dauersturm lebe. Der älteste Junge sei Autist mit diversen weiteren Schwierigkeiten und auch die beiden jüngeren Brüder seien ständig beim Arzt und im Spital. Und da würden Herzensbilder von ihnen als Team wohl unglaublich gut tut.

Ich schreibe ihr, dass die Mama sich jederzeit bei mir melden dürfe.

Und das tut sie dann auch:

„Ich kann es fast nicht glauben, dass ich mich für Herzensbilder melden darf. Bei mir stürmt es eigentlich immer. Yan, unser ältester Sohn, kam mit verschiedenen Beschwerden zur Welt, so dass wir im ersten Lebensjahr die meiste Zeit beim Kinderarzt, in Therapien und im Spital verbracht haben. Als dann sein Bruder zur Welt kam, war die Nabelschnur gerissen und alles begann schon wieder stürmisch. Daheim dann mit beiden Kindern waren sie ständig krank und wir waren nicht nur oft beim Arzt, sondern auch immer wieder stationär im Kinderspital. Mit 2.5 Jahren fing unser Ältester an, sich immer mehr panisch in Menschenmengen zu verhalten, er wollte nicht mehr mit anderen Kindern spielen, war reizempfindlich und einkaufen und Familienfeste und ähnliches wurden immer mehr zur Tortur. Er fiel auch durch einen immer grösser werdenden Entwicklungsrückstand auf, unter anderem sprach er bis 4 jährig kaum ein Wort. Abklärungen begannen, bis er dann die Diagnose „frühkindlicher Autismus“ bekam. Dazu leidet er an Epilepsie, seitdem er vier Jahre alt ist. Unser zweiter Sohn ist auch entwicklungsverzögert und konnte lange nicht laufen, auch er hat eine leichte Behinderung. Beide gehen zusammen in eine heilpädagogische Schule. Als vor gut einem Jahr dann unser drittes Kind zur Welt kam, zitterte es immer wieder, so dass ein EEG gemacht werden musste, welches aber ohne Befund war. Mit drei Wochen hatte es einen Atemstillstand und unsere schlimmsten Tage und Wochen begannen. Es erholte sich, aber das Trinken war monatelang sehr schwierig und dauerte ewig lange jedes Mal. Auch das Vertragen von Nahrung war von Anfang an sehr schwierig und ist es auch jetzt noch. Der Vater der Kinder hat uns verlassen. Diesen Sommer stürmte es noch mehr als sonst, da beim Grossen neue gesundheitliche Probleme auftraten. Da sind wir nun in den Abklärungen, woher das kommt. Weil er dazu vermehrt Anfälle hatte und diverse andere Beschwerden und Notfälle, war die strenge Struktur, die er ganz fest braucht, nicht vorhanden und so kommen im Moment die Symptome des Autismus wieder ganz stark hervor und das belastet den Alltag sehr. Unser Alltag ist so lange schon nicht planbar und dies ist für ihn sehr schwierig und überreizt ihn enorm…“

Jeden Tag stürmt es, jeder Tag braucht alle Mamakraft und mehr, die da ist.
Ja sicher werden wir euch Herzensbilder schenken.
Fotoengel Wiebke Reimann und Beautyengel Salome Blöchliger sind sofort bereit, dieser Mama gut zu tun und diese Bilder möglich zu machen.

Danke euch beiden Engeln auf Erden, dass ihr dieser Mama eure Zeit, euer Können und euer Herz schenkt.

Danke, dass ihr diese wichtigen Bilder möglich macht, danke, dass ihr diesen grossen Mama-Wunsch erfüllt.
Danke dir von ganzem Herzen, liebe Salome, dass die Mama sich einen Moment zurücklehnen darf und von dir wunderlieb zurecht gemacht wird.

Danke dir, dass sie sich dann einfach gut fühlen darf so, beim anschliessenden Fotoshooting. So kostbar ist das.
Mit ihrem autistischen Jugen sei es nicht leicht, Bilder zu machen, schreibt die Mama, es müsste am besten an einem Ort gemacht werden, an dem er sich wohl und sicher fühlt.

Danke dir, liebe gute Wiebke, dass du das möglich machst, dass ihr euch auf seinem liebsten Spielplatz trefft, wo kaum andere Kinder sind und es ihm deshalb dort gefällt.

Danke, dass du dorthin gehst, weil du nur gut tun möchtest und kein zusätzlicher Stress für die Familie entstehen soll.

Danke dir auch, dass du es dann möglich machst, wenn es für ihn gerade am besten ist, vom Tag und der Tageszeit her.
Ihr wart wunderbare Engel, ihr beide.
Die Mama schreibt: „Am Morgen kam Salome zu uns und hat in der Zeit, als ich das Mittagessen vorbereiten musste, gerade noch meinem mittlern die Haare geschnitten. Er genoss es, auch einmal im Mittelpunkt zu sein. Danach hat sie mir auch die Haare gemacht und mich geschminkt, meinem Grössten hat sie die von ihm gewünschte Igeli-Frisur gemacht und danach hat sie mir geholfen, die Kinder bereit zu machen, um auf den Spielplatz zum Shooting zu gehen…“
Wie lieb von dir, liebe Salome, dass du nicht nur die Mama zurecht gemacht hast, sondern auch grad noch die Haare der Kinder in Angriff genommen hast mit Schneiden und Stylen. Danke dir auch, dass du danach einfach noch geholfen hast bei dem, was es gerade noch zu tun gab, so dass sie sich dann auf dem Weg zum Shooting machen konnten.
„Meine Kinder waren zu Beginn sehr nervös, doch Wiebke hat das so gut gemacht, dass mein Ältester dann ganz fasziniert war von ihr und ihrem Tun, ausgerechnet er, der doch sonst immer Panik hat vor Fotografen beziehungsweise allgemein vor Fotos. Irgendwann sagte er sogar: „Mami, mit ihr möchte ich jetzt jeden Tag Fotos machen, gell…“

Irgendwann wollte er sogar selbst fotografieren und wir waren ganz überrascht, wie gut er fotografierte. Er ist dann mit der zweiten Kamera von Wiebke los gesteuert und hat ihr geholfen. Auch sein jüngerer Bruder hat am Schluss noch probiert, Fotos zu machen. Beim Tschüss sagen sagte er, dass er gleich morgen auch eine Kamera kaufen wolle, aber auch so eine grosse….und dann wolle er mit Wiebke wieder abmachen, so dass sie ihm lernen könne, wie man noch bessere Fotos machen könne und sie dann gemeinsam fotografieren würden.

Ich danke euch vielmals, es hat uns sehr viel Spass gemacht und ich war so erstaunt, wie die beiden Grossen aufgetaut sind.“

Und dann schreibst du, liebe Wiebke:

„Es war eine solch tolle Atmosphäre auf diesem Spielplatz. Ein kleiner Bachlauf schlängelte sich entlang des Spielplatzes, alles sah so idyllisch aus, hier konnte man Kind sein. Die Jungs spielten zuerst auf dem Spielplatz und ich begleitete sie währenddem mit meiner Kamera. Dann kam der Älteste der Jungs zu mir und wollte, dass ich ein Bild nach dem anderen von ihm mache. Zuvor noch hat mir die Mama erzählt, wie schwierig es sei, mit ihm Bilder zu machen. Sie meinte, dass es oft nicht möglich sei und er keine Lust dazu habe. Als er mir dann sagte: „Du muasch jetzt jede Tag cho und Föteli mache“, war dass das grösste Kompliment, welches ich in diesem Jahr entgegen nehmen durfte. Wir haben zwei sehr schöne Stunden auf dem Spielplatz verbracht und die Zeit verging wie im Flug. Das lag vorallem daran, dass man drei sehr glückliche Kinder erleben und beobachten durfte. Als ich dem Ältesten meine zweite Spiegelreflexkamera gab, als er zuvor noch mit einem Stein ein Foto von mir machte, schauten mich zwei sehr strahlende Kinderaugen an. Er „knipste“ die ganze Zeit und erfreute sich sehr an den Aufnahmen, die er gemacht hat. Er konnte sich kaum von der Kamera trennen. Selbstverständlich bekommt er all seine gemachten Bilder geschenkt und darf sich immer wenn er möchte, daran erfreuen. Als ich im Auto, auf dem Weg nach Hause sass, dachte ich noch sehr viel über diese schöne Begegnung am Nachmittag nach. Sie gab mir ganz viel Kraft und Energie und bestätigte mich in dem, was ich tue. Ich wünsche der Familie von Herzen alles Gute und ganz viel Kraft. Schön, euch kennengelernt zu haben…“

Und dann kommen sie, eure Herzensbilder.
„Heute, als wir nach Hause gekommen sind, stand ein grosses Paket von Wiebke vor der Türe. Wir waren sehr gespannt, was denn da Wunderbares drin ist. Als wir es öffneten, staunten wir so sehr, denn es war so viel mehr drin als erwartet: Eine wundervolle Karte mit sehr lieben Worten, Kraftkäferchen für die drei Jungs und Badesalz für mich und dann kam noch ein Päckchen zum Vorschein. Da drin waren ein Fotobuch mit so wunderschönen Bildern und eine CD mit den Bildern, die meine beiden Grossen mit Wiebke’s Kamera gemacht haben. Und dann noch ein wunderschöner Stick aus Holz mit all unseren Bildern drauf !!! Bei uns war es heute wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig !

Die Bilder sind wundervoll, Wiebke war so spontan und hat immer dann Bilder gemacht, wenn es gerade passte, sie ist die ganze Zeit meinen drei Wirbelwinden hinterher gefolgt und hat die Augenblicke eingefangen. Sie hat es so toll mit den Jungs gemacht ! Das war wohl auch der Grund, warum Yan so gut mitgemacht hat, weil er einfach sein durfte, wie er ist und nicht in irgendwelche Vorstellungen hinein gezwängt worden ist, wie diese Bilder genau sein sollten. Foto’s mit ihm sind kaum möglich sonst und jetzt haben wir dank Wiebke ganz viele. Einfach nur danke…..auch an meinen Beautyengel Salome, sie hat das so super und toll gemacht !!!“

Liebe Sturm-Mama, immer, wenn es ruhiger werden sollte, kommt erneut Sturm auf bei euch. Und du immer mitten drin. Pausenlos wirst du gefordert und brauchst Kraft ohne Ende. Wie wunderschön, dass wir dir diese kleine Pause schenken durften und du nun diese Herzensbilder mit auf euren weiteren Weg nehmen darfst. Alle Hüte ziehen wir vor dir, vor dem,was du Tag für Tag leistest und gibst.

Wie fest würden wir es dir wünschen, dass es windstiller werden darf bei euch, so dass dein Grosser auch mehr zur Ruhe kommen kann und deine Tage leichter werden dürfen.

Wir denken fest an dich…..an euch….alles alles Liebe